Beim Renovieren von Gebäuden mit kulturellem und historischem Wert müssen die Wandschichten so gestaltet werden, dass:
- die Diffusion von Wasserdampf ermöglicht wird,
- Kondensation verhindert wird,
- die bestehenden Wände erhalten bleiben,
- die Kompatibilität mit alten Materialien (Stein, Massivziegel, Kalkmörtel) gewährleistet ist.
Unten sind die typischen Schichten für die gängigsten inneren Wärmedämmungssysteme aufgeführt.
1. Calciumsilikat-System
Wird für Gebäude mit hoher Feuchtigkeit und Feuchtigkeitsproblemen verwendet.
Schichten (von außen nach innen)
- Bestehende Wand
- Stein / Massivziegel / Mischwand
- Sanierungs- oder Kalkmörtel
- Substratnivellierung
- dampfdurchlässig
- Calciumsilikatplatten
- Dicke: 25-100 mm
- Verstärkungsschicht
- Mineralkleber + Glasgewebe
- Endgültiger feiner Kalk- oder Silikatmörtel
- Dampfdurchlässige Farbe
- Silikat oder Kalk
Merkmalen
- keine Dampfsperre,
- atmungsaktive Wand,
- gute Feuchtigkeitsregulierung,
- exzellenter Schutz gegen Feuchtigkeit.
2. Multipor-Mineral-System
Mineralisches und nicht brennbares Wärmedämmungssystem.
Schichten (von außen nach innen)
- Bestehende Wand
- Kalk- oder erweiterter Mörtel
- Mineralkleber
- Multipor-Mineralplatten
- 50-120 mm
- Verstärkungsschicht
- Kleber + Gewebe
- Kompatibler Putzmasse mit dem System
- Silikat- oder Mineralfarbe
Merkmalen
- dampfdurchlässiges System,
- gute Wärmeakkumulation,
- nicht brennbar,
- geeignet für alte Wände.
3. Holzfaser-System
Wird für traditionelle und ökologische Gebäude verwendet.
Schichten (von außen nach innen)
- Bestehende Wand
- Kalkmörtel
- Unterkonstruktion (holzern oder metallisch)
- Holzfaser-Dämmung
- 40-120 mm
- Dampfsperre (nicht vollständig undurchlässig)
- Montageschicht (wenn erforderlich)
- Gipsfaser- oder Leichtbauplatten
- Endbehandlung
- Lehm, Kalk oder Silikat-Ausgleichsschicht
Merkmalen
- naturbelassene Materialien,
- gute Feuchtigkeitsregulierung,
- exzellenter Sommerschutz gegen Überhitzung.
4. Aerogel-System
Für Gebäude, bei denen kein Platz für dickere Dämmung vorhanden ist.
Schichten (von außen nach innen)
- Bestehende Wand
- Nivelliermörtel
- Aerogel-Wärmedämmungsmörtel oder -platten
- 10-40 mm
- Verstärkungsschicht
- Endgültiger feiner Kalkmörtel
- Dampfdurchlässige Farbe
Merkmalen
- sehr geringe Dicke,
- herausragende Wärmedämmung,
- verwendet für geschützte Innenräume und Details.
5. Innere Dämmung mit Mineralwolle (kontrolliertes System)
Wird nur mit genauer Berechnung der Diffusion verwendet.
Schichten (von außen nach innen)
- Bestehende Wand
- Nivelliermörtel
- Metallunterkonstruktion
- Mineralwolle
- 50-100 mm
- Dampfsperre
- sorgfältig ausgeführt und abgedichtet
- GK-Platten oder Gipsfaserplatten
- Putz und endgültige Farbe
Merkmalen
- günstigeres System,
- hohes Risiko von Kondensation bei schlechter Ausführung,
- nicht ideal für sehr alte Wände.
Besondere Details für Historische Gebäude
Fensterbänke
Müssen zusätzlich mit dünnen Platten isoliert werden, um:
- Wärmebrücken,
- Kondensation,
- Feuchtigkeit um Fenster herum zu vermeiden.
Verbindung der Zwischenbaukonstruktion und Wand
Erforderlich:
- lokale Verstärkung der Dämmung,
- Fortführung des Wärmeschutzes.
Kelleraußenwände
Erfordern oft:
- Sanierungsmörtel,
- Wasserdichtigkeit,
- Entfeuchtung vor der Wärmedämmung.
Wichtige Regel
Für alte Gebäude wird nie empfohlen:
- das Verwenden von herkömmlichem Styropor von innen,
- PVC-undurchlässige Beschichtungen,
- das Abdichten der Wand ohne Kontrolle der Diffusion.
Dies kann zu:
- versteckter Kondensation,
- Bauschäden,
- Mörtelverschlechterung,
- Auftreten von Salz und Feuchtigkeit.
Empfehlung für die Praxis
Für Gebäude mit kulturellem und historischem Wert werden am häufigsten folgende empfohlen:
- Calciumsilikatplatten,
- Multipor-System,
- Aerogel für dünne Details.
Denn sie ermöglichen:
- die Diffusion von Dampf,
- die Erhaltung der Wand,
- die Kompatibilität mit alten Materialien,
Hinweis: Nur zu Informationszwecken.





